Bewusstheit für Körper und Geist
ist die Grundlage jeglichen Wohlbefindens

„Es ist mir eine Herzensangelegenheit, durch diese Erzählung etwas von dem zu teilen, was ich durch Ruth Denison über die Achtsamkeitsmeditation lernen konnte. Die Leserinnen und Leser möchte ich mithilfe der Geschichte über die 40 Tage in der Wüste mit dieser außergewöhnlichen Persönlichkeit bekannt machen. Der Lehrer meiner Lehrerin, der ehrwürdige U Ba Khin aus Burma, sah in den Fünfzigerjahren des letzten Jahrhunderts voraus, dass der buddhistischen Lehre eine Renaissance bevorstehe, die sich in seiner Vision jedoch im Westen vollziehen würde. Möge dieses Buch seinen bescheidenen Beitrag dazu leisten."

Das Buch erzählt die spannende Geschichte einer Lehrer-Schüler-Beziehung und skizziert in Rückblicken zugleich den Lebensweg Ruth Denisons, einer der bekanntesten Vipassana-Lehrerinnen des Westens. Meine persönlichen Erfahrungsberichte zeigen auch die möglichen, aber überwindbaren Schwierigkeiten auf, denen man auf dem spirituellen Weg begegnet. Die Vipassana-Meditation lehrt, immer tiefere Schichten des Bewusstseins zu erforschen und die Dinge so zu sehen, 'wie sie wirklich sind'. Aber bevor sich die inneren Pforten zu Frieden und Freiheit öffnen, muss der Suchende das größte aller Rätsel lösen: Wie kann ich mein wahres Selbst erkennen? Die Achtsamkeitsmeditation weist dazu den Weg.

Frank B. Leder: Achtsamkeitsmeditation und Wege zur EinsichtDas Buch erläutert die Technik, beschreibt die buddhistische Philosophie und zeigt, wie Achtsamkeit im Alltag gelebt werden kann. Mit einem Vorwort von Dr. Paul Köppler und ausführlichem Glossar der wichtigsten Begriffe zum Thema.

Frank B. Leder: Achtsamkeitsmeditation und Wege zur Einsicht - 40 Vipassana-Tage in der Wüste. Zu den Buch-Rezensionen ...

232 Seiten, bibliophil gestaltet mit ca. 50 Schmuckgrafiken und Lesebändchen. Gedruckt in Ulm auf FSC-Papier. Band 1 der Reihe 'Bibliothek der Achtsamkeit' in der naturaviva Verlagsgesellschaft, Weil der Stadt 2012.
ISBN 978-3-935407-70-0

Das Buch kostet 16 €   /  SFr 24  /  Österreich: € 16,40.  

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Leseproben:

„Ich habe die Zeit vergessen. Draußen empfängt mich die stockdunkle Wüste mit einem wunderbaren Sternenhimmel. Dass ich tagsüber die Sterne nicht sehen kann, heißt nicht, dass sie nicht da sind. Sie sind lediglich überdeckt von der Helligkeit des Sonnenlichts. Verhält es sich nicht ebenso mit dem klaren Geist? Ist er nicht auch immer da, nur von mir unbemerkt, solange die Aktivität der Gedanken im Vordergrund steht? Beunruhigt es mich etwa, dass die Sterne am Tag verschwinden? Wieso sollte es mich dann also kümmern, welcher Geisteszustand das klare Erkennen verdeckt? Alles wechselt sich ab, nichts bleibt, nichts ist von Dauer.“

„In meiner Klause sitze und gehe, sitze und gehe ich. Die Konzentration ist jetzt besser und ich kontempliere über das Wesen meiner Übungspraxis und was sie mir zeigen kann. Die Meditation ist ein Spiegel, in den ich schaue und mich selbst erkenne. Gedanken sind wie ein Dickicht und deren energetische sowie körperliche Manifestationen weben sich um den klaren Zustand des Geistes. Dieses Dickicht zu spüren, ist ein unangenehmes Gefühl, es fühlt sich dumpf, schwerfällig, grau an. ... Die Bereitschaft, diese negativen Gefühle und alles, was damit zusammenhängt, in mir wahrzunehmen, ist das Gegenmittel, der Weg durch das Dickicht. ... Zuerst steht also die Entscheidung, auf die Manifestationen des Unbewussten zuzugehen. Das braucht Mut, Entschlossenheit. Als nächstes bedarf es der Hingabe. Denn das Dickicht weicht, indem ich es als Erfahrung in mir annehme. Hingabe ist der Schlüssel zur Transformation, nicht das Schwert." 

„Das Geistestraining durch Achtsamkeit ist an sich ein körperfreundlicher Übungsweg. Durch die bewusste und unabgelenkte Beobachtung der körperlichen Vorgänge, ihr Entstehen und Vergehen, erfährt man das große Gesetz des Wandels sozusagen unter der eigenen Nasenspitze. Deshalb ist das Beobachten der Atembewegung hilfreich; allerdings geht es nicht darum, den Atem dabei willentlich zu verändern, ihn zu vertiefen oder zu verlangsamen. Es ist also keine angewandte Atemtechnik, wie man das zum Beispiel im Yoga oder Autogenen Training einsetzt. Es geht lediglich darum: Einatmend ist man sich der Einatmung bewusst, ausatmend ist man sich der Ausatmung bewusst, weder ein- noch ausatmend ist man sich der Atempause bewusst. Aber es kann lange dauern, bis man diese scheinbar so simple Beschreibung tatsächlich verwirklicht. Wenn die Konzentrationsfähigkeit zunimmt, kann man sie auf einzelne körperliche Phänomene richten. Dann kann man das vermeintlich Materielle als das erfahren, was es wirklich ist, nämlich ein sich unablässig ändernder Strom pulsierender Energie. Und man kann auf dieser Erfahrungsebene dann leicht selbst überprüfen, wie es sich mit der Realität der persönlichen Ich-Identifikation tatsächlich verhält. All dies ist zu entdecken, indem man mit dem arbeitet, was man immer bei sich hat: Geist und Körper."

Ruth Denison: „Frank, kannst du dich eigentlich erinnern, dass du von mir einen letzten Schliff wolltest, als du mich wegen deiner Idee eines 40-Tage-Retreats das erste Mal angesprochen hattest? Dann lass uns mal rangehen an die Sache.“ Daran kann sie sich noch erinnern? Plötzlich wird mir mulmig zumute. Eine entspannte Plauderstunde zum Abschied, wie ich es mir vorgestellt habe, hat Ruth offenbar nicht im Sinn. Nach dieser Eröffnung setze ich mich sogleich etwas aufrechter. „Dann wollen wir mal loslegen. Du kannst die Augen schließen oder geöffnet lassen, aber fixiere sie nicht auf mich. Gehe mit der Achtsamkeit zum Atem." Ich entscheide mich, die Augen zu schließen. Sie lässt mich ein paar Atemzüge tun. Dann korrigiert sie: „Du drückst beim Ausatmen schon wieder nach. Stell dir vor, du bist wie ein Schwimmreif, dem man den Stöpsel rauszieht, und der dann ganz weich in sich zusammenfällt, ohne dass man die Luft mit Kraft aus ihm herauswringt. Komm schon, lass das mal tiefer gehen." Dass da ein Nachpressen war, ist mir gar nicht bewusst gewesen ...